Die digitalen Systeme der Lufthansa weisen erneut erhebliche Mängel auf. Passagiere mit bereits genehmigten Ansprüchen können wegen defekter Auszahlungslinks nicht auf ihr Geld zugreifen. Diese Probleme trafen Anfang August 2026 Reisende, die nach den Streiks im April vier Monate auf eine Entscheidung warteten. Dieselben Kunden wurden bereits im Mai blockiert, wie unsere [Untersuchung des fehlerhaften Lufthansa-Portals](/de/article/OW4t2sUb_lufthansa-compensation-portal-remains-conveniently-defective) zeigte. Nach der Genehmigung ihrer Ansprüche scheitern sie nun bei der Auszahlung. Nach europäischen Regeln, bekannt als EU261, müssen Fluggesellschaften bei Ausfällen oder langen Verspätungen bis zu 600 Euro zahlen. Sobald Lufthansa einen Anspruch billigt, verschickt sie einen Link, über den Kunden ihre Bankdaten für die Überweisung eingeben müssen. Anfang August 2026 berichteten Passagiere, dass dieser Auszahlungslink nicht funktionierte. Der Klick führte entweder zu einer leeren weißen Seite oder einer Fehlermeldung, die den Zugriff verweigerte. Ein betroffener Fluggast erhielt seine Zusage am 1. August 2026, scheiterte aber sofort am Link. Der Kundenservice im Chat verwies das Problem an eine Fachabteilung, konnte aber keinen Termin für eine Behebung nennen. Blockierte Auszahlungen Ein anderer Reisender stieß am 2. August 2026 nach über drei Monaten Wartezeit auf denselben Fehler. Weil das Portal blockierte, konnte er seine Kontodaten nicht für die Überweisung übermitteln. Am 3. August 2026 teilte die Fluggesellschaft diesem Passagier per automatischer E-Mail mit, dass das Geld bereits überwiesen sei. Die Nachricht enthielt eine Transaktionsnummer, obwohl der Kunde nie Bankdaten angeben konnte. Der Passagier fragte öffentlich, wie ohne Kontodaten eine Transaktionsnummer existieren könne. Er äußerte im Internet Zweifel an der Zuverlässigkeit der Lufthansa-Systeme. Diese Ausfälle sind kein Einzelfall. Die Systeme der Lufthansa verzögern Erstattungen seit langem, wie unser Bericht darüber zeigt, dass das [Lufthansa-Entschädigungsportal zweckmäßig defekt bleibt](/de/article/OW4t2sUb_lufthansa-compensation-portal-remains-conveniently-defective). Durch Fehler bei Einreichung und Auszahlung erkennt die Fluggesellschaft ihre Pflicht zwar formal an, behält das Geld aber ein. Dies wälzt den Aufwand auf die Kunden ab, die sich durch Fehlermeldungen kämpfen müssen. Verbraucherschützer kritisieren, dass diese Fehler auf die Ermüdung der Kunden setzen. Wenn die Auszahlung zu kompliziert ist, geben viele auf. So behält der Konzern Millionen an Entschädigungen ein. Am 4. August 2026 funktionierten die Links plötzlich wieder. Dennoch mussten Passagiere viel Zeit investieren, um eine fehlerhafte Website zu prüfen, nur um bereits genehmigtes Geld zu erhalten. Konzerninterne Prioritäten Diese Probleme passen zur Priorisierung interner Finanzinteressen. Dieses Muster zeigte sich auch, als der [Lufthansa-Konzern Tochtergesellschaften als Waffe gegen Arbeitnehmer einsetzte](/de/article/gtLjDSYD_how-lufthansa-weaponizes-subsidiaries-against-labor), um Kosten zu senken. Die Systeme des Konzerns verzögern Erstattungen regelmäßig. Zuletzt versuchte die Fluggesellschaft, flexible Ticketrechte durch hohe Stornogebühren einzuschränken, ruderte aber [nach heftigen Protesten bei Flex-Tickets](/de/article/CUX2jYXv_lufthansa-group-drops-massive-surcharges-on-flex-tickets-after-backlash) wieder zurück. Für Reisende zeigt sich, dass eine Genehmigung noch keine Auszahlung garantiert. Bis Lufthansa ein verlässliches System bietet, müssen Kunden hartnäckig bleiben, um ihr Geld tatsächlich zu erhalten.
„Meine Flüge wurden aufgrund der Streiks im April beeinträchtigt, und nachdem ich nach Hause umgeleitet wurde, habe ich sowohl eine Entschädigung nach EU-Verordnung 261 als auch eine Hotelkostenrückerstattung beantragt“, berichtet ein Nutzer auf Reddit. „Heute erhielt ich eine E-Mail, in der stand, dass mein Antrag genehmigt wurde, aber ich komme nicht weiter.“